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Die Riviera der Engländer

Villen, Gärten, Kunst, Kultur und Sport in mehr als einem Jahrhundert des angelsächsischen Tourismus in Westligurien.

Die literarische Tradition besagt, dass es dem im Jahre 1855 in englischer Sprache veröffentlichten Roman -„Dr. Antonio“ des nach London verbannten Patrioten und Ligurer aus Taggia Giovanni Ruffini-, zu verdanken ist, dass die Briten das touristische Potential im Westen Liguriens entdeckten. Gebiete wie Sanremo, Taggia, S. Ampelio Capo, Bordighera und La Mortola waren damals nicht bekannt und offenbarten dank der Beschreibungen von Ruffini ihr wunderbares Potenzial. Natürlich war diese Entdeckung nicht nur dem Roman zu verdanken: Im neunzehnten Jahrhundert fanden so bedeutende wirtschaftliche Veränderungen statt, dass es eher die wohlhabende Mittelklasse und nicht mehr die Aristokraten waren, die nach Ligurien reisten, und dies eher aus geschäftlichen als aus kulturellen Gründen.

Weitere entscheidende Faktoren für die Explosion des Englischen Tourismus an der Riviera waren schließlich der Anstieg der Preise an der Cote d’Azur und der Bau der Bahnlinie London-Paris-Mediterranee im Jahre 1864, die im Jahre 1872 bis nach Genua ausgebaut wurde.

Ein weiteres Zeugnis für die britische Präsenz ist die prächtige Villa Hanbury, die im späten neunzehnten Jahrhundert von Queen Victoria persönlich besucht wurde. Der englische Tourismus widmete dem Reichtum der Natur im westlichen Ligurien sehr viel Bedeutung. Tatsächlich befassten sich neben Sir Thomas Hanbury viele weitere Briten mit der Botanik und dem Gartenbau, wobei die ursprünglichen Merkmale der Landschaft und der Umgebung immer sorgfältig respektiert wurden.

Es folgten Jahre des Wohlstands, der Kultur und Internationalität: Villen, Gärten, Kirchen, Bibliotheken, große Hotels, Tennis-Clubs (der erste italienische Tennisclub wurde in Bordighera gegründet). Die Blumenriviera wurde von den Briten geliebt und als kleiner Naturschatz bewahrt, die sie in der Tat auch war. So erwarb sie die angelsächsischen Eigenschaften, die die Entwicklung der Riviera kennzeichneten und die bis heute bewahrt wurden.

[Alessandra Chiappori]

 

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