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Doktor Antonio, die ligurische Riviera jenseits des Ärmelkanals

„An einem schönen und strahlenden Tag im April des Jahres 1840 fuhr eine von vier Pferden im Galopp gezogene Reisekutsche auf der „Strada della Cornice“. Die bei den elegantesten Weltenbummlern berühmt Straße führt, wie jeder weiß, von Genua nach Nizza an der Westküste entlang.“

Dieser Auszug stammt aus der Einleitung des Romans „Doktor Antonio“ von Giovanni Ruffini, der den Engländern die unnachahmliche Schönheit der Riviera offenbaren sollte.

Der Autor, ein Ligurer aus Taggia und nach England verbannter Anhänger Mazzinis wählt sein geliebtes Land als Schauplatz seiner Geschichte.

„Tatsache ist“ – wird Edmondo De Amicis, ein treuer Gast Bordigheras, 1903 sagen -, „dass unter den ersten Engländern, die hier den Winter verbrachten, keiner war, der „Doktor Antonio“ nicht gelesen hatte.“
Dass die Region von Imperia und deren unberührte und faszinierende Landschaft in der ersten Hälfte des 19. Jh. jenseits des Ärmelkanals bekannt wurden, ist zweifellos Ruffini und seinem Roman zu verdanken. Die Handlung dreht sich um eine Begegnung zwischen Lucy, einer feinen englischen Patientin, und Doktor Antonio, ein aus dem Königreich beider Sizilien verbannter Arzt, den es in die Palmenstadt geführt hat. Diese Begegnung wird auch symbolisch für das Aufeinandertreffen zwischen England und der Westküste Liguriens stehen.

Es entsteht eine echte, aufrichtige, starke und tiefe Liebe, die aber nie gestanden wird und tragisch endet. Den Hintergrund bildet der Kampf für die Unabhängigkeit und Einheit Italiens. Der 1855 in englischer Sprache verfasste Roman wurde sofort zum Bestseller.

Die Beschreibungen der herrlichen Landschaft ziehen den Leser in ihren Bann und stellen eine echte Liebeserklärung Ruffinis an seine Heimat dar.

Das Buch hatte einen großen Einfluss auf den Riviera-Tourismus und trug zur Entstehung einer kleinen britischen Kolonie bei.

Donatella Lauria

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