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Thor Heyerdahl: ein Mann, das Meer und eine Herausforderung

Von Norwegen nach Ligurien durch die ganze Welt

Colla Micheri ist eine kleine Ortschaft auf einer Erhebung zwischen Laigueglia und Andora am Verlauf der antiken Römerstraße Iulia Augusta. Über dem Meer erhebt sich dominant ein Sarazenenturm aus dem 15. Jahrhundert, dessen erhöhter Standpunkt und runde Form auf eine ehemalige Funktion als Windmühle hindeuten. Darunter befindet sich das Grab von Heyderdahl, der hier mehr als 30 Jahre wegen der seltenen Schönheit, der Lage und dem Klima lebte.
Der bedeutende Norweger, der Biologie in Oslo studiert hatte, wurde Anthropologe auf den Pazifischen Inseln, auf die er 1937 als „Früh-Hippie“ mit seiner ersten Frau Liv kam, genauer nach Fatu Hiva der Marquesas-Inselgruppe, wo das junge Paar wie „Adam und Eva“ leben wollte. Henry Lie, ein Landsmann, der schon seit dreißig Jahren dort lebte, zeigte ihnen einige Steinskulpturen, die einigen in Kolumbien gefunden ganz ähnlich waren. Dieses Ereignis änderte seine Reise- und Lebenspläne, denn zum ersten Mal hörte er von der Legende des Kon-Tiki, dessen Name unlösbar mit seiner internationalen Bekanntheit verbunden ist. Trotz seiner Hauptbeschäftigung als Archäologe, Anthropologe und Entdecker ist Heyerdahl den meisten vor allem wegen seiner kühnen Unternehmung von 1947 bekannt, als er 4300 Meilen von den Ufern Südamerikas in der Kon-Tiki (Gott der Sonne), einem Floß aus Balsaholz, Binse und Papyrus, zu den Tuamoto-Inseln fuhr, um zu beweisen, dass die Inka, und nicht nur sie, in der Lage gewesen waren, den Pazifik zu überqueren und Polynesien zu kolonisieren. Die Expedition war minutiös darauf vorbereitet, soweit wie möglich, alle damals existierenden Methoden und Technologien zu verwenden. Sie wurde zu einer der außergewöhnlichsten Reisen des 20. Jh. und sollte in die Geschichte eingehen! Weitere Teilnehmer an diesem Abenteuer waren Erik Hesselberg, Seefahrer und Künstler, der das Antlitz des Sonnengottes auf das Segel malte; Bengt Danielsson, Schwede, Koch und Schiffskoch sowie an der menschlichen Migration interessierter Soziologe; Knut Haugland und Torstein Raaby, beides Funker und dafür verantwortlich; Herman Watzinger, Ingenieur und verantwortlich für die Messung technischer, meteorologischer und hydrographischer Daten. Das im Mai 1950 eröffnete gleichnamige Museum Kon-Tiki wurde mehr als 40 Jahre lang vom Besatzungsmitglied Knut Haugland geleitet, während es heute von Thor Heyerdahl jr. geführt wird, dem Erstgeborenen des großen norwegischen Expeditionskapitäns.
Nach jener ersten furchtlosen und viel diskutierten Unternehmung, führte Heyerdahl seine Arbeit mit unzähligen Reisen und archäologischen Expeditionen in den Pazifik, nach Galapagos, zu den Osterinseln, nach Peru, zu den kanarischen Inseln und schließlich in das Asowsche Meer in Russland fort. Diese letzte Expedition musste er wegen seines schlechter werdenden Gesundheitszustandes, gefolgt von seinem Tod abbrechen. Er war geschätzter Autor mehrerer Bücher über seine Reisen und Regisseur, der 1951 mit dem Oscar für seine Dokumentation über die Kon-Tiki ausgezeichnet wurde. Als er nach einem Rat gefragt wurde, wie er sich jung halte, antwortete er: „Niemals aufgeben!“.

1937-38: fatu hiva
1939: british columbia
1947: kon-tiki
1952: galapagos
1955-56: isola di pasqua
1969: ra
1970: raII
1977-78: tigri
1883-85: maldive
1986-88: isola di pasqua
1988-93 tucumè (perù)
1991-98 tenerife (isole canarie)
1999-02: azov (russia)
2002: samoa (polinesia)

Viviana Spada

  • www.kon-tiki.no
  • www.mheyerdahl.com

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