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Auf den Spuren von Charles Garnier: Die Villa von Bordighera

Charles Garnier war einer der bedeutendsten Architekten des neunzehnten Jahrhunderts. Er war es, der zum Beispiel die Pariser Oper, das Observatorium von Nizza, das Casino und den Konzertsaal von Monte Carlo, die Villa Maria Serena in Menton und die Villa Bischoffsheim in Bordighera, heute Villa Etelinda, sowie das Schulgebäude, heute Sitz der Gemeinde und nicht zuletzt die Kirche von Terrasanta im modernen Bordighera entworfen hat.

Garnier kam einst nach Bordighera, um seinen Sohn zu heilen, der an Tuberkolose litt. Im März 1871 infolge der dramatischen Ereignisse des Deutsch-Französischen Krieges, lebte Garnier in der kleinen Stadt Menton in der Villa Santa Maria, zu Gast bei seinen Freunden Viale. Im darauf folgenden Mai erwarb er ein Stück Land in Bordighera, um dort seinen Wohnsitz zu bauen.

Bei der sehr rationalen Anordnung der Innenräume zog es Garnier vor der Entwicklung der Landschaft und seiner Wahrnehmung zu folgen, anstatt formale Gesetze oder abstrakte Kompositionen anzuwenden. Die elegante und einfach ausgeführte Villa wird zu einem Modell, welches vielfach an der gesamten Riviera imitiert wurde.

Im Park der Villa wuchsen einst über 600 verschiedene Pflanzen aus allen Kontinenten: Oliven-, Dattelpalmen, Zitronen, Orangen und Sukkulenten. Der Schriftsteller De Amicis bezeichnete ihn als „Den Palast der Palmen“. Im Garten befindet sich außerdem eine wunderschöne Säule des Palais des Tuilleries, ein Geschenk von der Gesellschaft der Französischen Architekten an ihren so verehrten Präsidenten.

Die Villa verläuft über drei Etagen, die alle über eine elegante Holztreppe miteinander verbunden sind. Man kann sie vom Hafen von Bordighera aus bewundern, sie besichtigen aber auch dort seinen Aufenthalt verbringen.

[Rosanna Calò]

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