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Das Argentina-Tal

Von den Sandstränden des Städtchens Arma di Taggia, nicht weit von Sanremo entfernt, steigt ein Tal bis auf den 2200 Meter hohen Berg Saccarello an, welches der Mensch im Laufe der Jahrhunderte in eine Wiege mit atemberaubenden Landschaften mit Wassermühlen, romanischen Brücken, gutem Essen und alten Legenden verwandelt hat. Es ist das Valle Argentina (oder Valle Oxentina), das den Namen des Baches führt, der Hunderte von Terrassen durchquert, gestützt von Trockenmauern und Plantagen mit tausenden Olivenbäumen. Hier findet die Taggiasca Sorte ihren höchsten Ausdruck. Die Olivenöle Taggia, Badalucco, Montalto und Carpasio sind unvergleichlich. Ein außergewöhnliches Mikroklima und das einst raue Gebiet erzeugen faszinierende Widersprüche an jeder Kurve: von der typischen weißen Bohne Badalucco, Produkt des Slow Food, zu den Schiefergruben mit dem kostbaren schwarzen Stein, von den Lavendelplantagen Agaggio in der Gemeinde von Molini di Triora, zu den legendären Pfeifen aus den Bruyere-Wurzeln von Domenico Giordano, die in die ganze Welt versandt werden. Etwas höher in Triora, wird ein Brot gebacken, das man nirgendwo anders finden kann und der Mythos der Hexen schwebt beindruckend hinter jeder Tür. Wir sind nur einen Schritt weit weg entfernt von dem Gebiet (Brigue) an der Grenze zwischen dem provenzalischen Frankreich und der benachbarten Provinz Cuneo, in dem man den berühmten würzigen Toma Brigasca findet; ein Schafskäse, der wie in der Antike produziert wird. Hier sprechen die Hirten einen Dialekt, der der alten Oc Sprache sehr ähnelt.

Sie können das Valle Argentina auf vier Arten (mit dem Auto oder Motorrad) kennenlernen: gastronomisch, kulturell, historisch und landschaftlich. Für die Liebhaber des Trekkings gibt es auch drei Routen, die man zu Fuß oder mit dem Mountainbike entdecken kann.

[Andrea Moggio]

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