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Ein Palmenhain mit Blick auf das Meer in Bordighera

Ein wunderschöner Ort am Meer, im „vertikalen“ Ligurien, wie es von Schriftstellern und verschiedenen Dichtern beschrieben wird. Ein magischer und einzigartiger Ort ist der Palmenhain von Bordighera, oberhalb von Arziglia, am Eingang der Stadt.

Der Legende nach war es der Einsiedler und Schmied Sant’Ampelio, Schutzpatron von Bordighera, der die Datteln im vierten Jahrhundert aus Ägypten nach Bordighera brachte.

Der Ursprung des heutigen „Palmeto“ liegt vermutlich im Mittelalter, der Zeit in dem die Stadt erbaut wurde. In den vergangenen Jahrhunderten nahm die Dattel-Palme starke wirtschaftliche Bedeutung an, da sie ein wichtiges Einkommen für viele Familien von Bordighera bildete. Es gab eine Zeit, da waren es fast dreißigtausend Palmen. Im neunzehnten Jahrhundert reduzierte sich dann die Anzahl auf etwa Tausend. Kein Zufall also, dass Bordighera als „Stadt der Palmen“ bezeichnet wird. Die internationale Bekanntheit der Riviera war weitgehend mit dem Bild der exotischen Pflanzen verbunden, insbesondere mit den Palmen des „Palmeto“ von Bordighera; hier wurden die Palmenblätter für die religiösen jüdischen und christlichen Feiertage produziert.

Der „Palmeto“ von Bordighera ist der weltweit am nördlichsten gelegene Dattelpalmenhain (43 Grad Breite). Ein Magistrat der Palmen organisierte die Produktion und den Verkauf der Pflanzen. Auch die „Parmureli“, blasse geschickt miteinander verflochtene Palmenblätter, die am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, verwendet werden, stammen von diesen Palmen.

Einer der wichtigsten Befürworter für die Einführung der Palme in Europa war der Landschaftsgärtner Ludwig Winter (1846-1912), ein Deutscher aus Heidelberg, der mit der Familie Hanbury sieben Jahren lang zusammengearbeitet hat. Sein Palm-Garten befindet sich noch heute am Eingang des Valle del Sasso, im Herzen des antiken Palmeto von Bordighera. Es war zu jener Zeit die reichste Sammlung von Palmen. Ludwig Winter schuf hier eine Baumschule mit kommerzieller Berufung, für den Export von Sämlingen in Töpfen und ein Laienhandwerk, das sich an der lokalen Tradition des Flechtwerks inspirierte. Sie wurde auch der Akklimatisierung neuer Arten gewidmet und um die Touristen willkommen zu heißen.

Auch heute ist sein Charme unverändert.

[Marco Scolesi]

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