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Die magische Transparenz des blauen Tellers von Albenga

Dass das Glas und die alchemistische Wandlung aus einem Siliciumdioxid-Pulver in ein transparentes und empfindliches Material seine magischen und faszinierenden Aspekte hat, ist bekannt. Aber dass dieser Prozess bereits in der Römerzeit bekannt war, ist das bewahrte Geheimnis hinter den Mauern des Palazzo Oddo in Albenga. Ein Geheimnis, dass dank einer bemerkenswerten Dauerausstellung „Magische Transparenzen“ enthüllt wurde, die seit Juni 2009 der Welt den in archäologischen Ausgrabungen von Albingaunum gefundenen außergewöhnlichen Schatz offenbart.

Emblem der Sammlung, ein schönes Meisterwerk, perfekt erhalten und einzigartig auf der Welt: Der blaue Teller aus Glas, Kobaltblau, mit Dekorationen aus Silber. Die Plastizität der gemeißelten Formen in das Metall und die Präzision der Dekorationen lassen erkennen, dass es sich um einen ägyptischen Glasbläser oder einem Handwerker handelte, der von der alexandrinischen Kultur beeinflusst war.

Der Teller wurde bei den Ausgrabungen der Nekropolen entlang der Via Julia Augusta gefunden, bei denen Funde an die Oberfläche gebracht wurden, die nicht nur einzigartig in der Menge sind – fast zweihundert Stücke von unschätzbarer Seltenheit und historischem Wert – sondern vor allem wegen Ihrer Formen und Farben. Und dank dieser Funde kann Albenga sich als Wiege der ligurischen Archäologie bezeichnen: Direkt im Becken des alten Albingaunum hat Nino Lamboglia mit den großen archäologischen Unterwasserarbeiten begonnen, die die Schätze in den Laderäumen der alten römischen an der westlichen Küste versunkenen Schiffe ans Licht brachten. Ein unschätzbares Repertoire an Amphoren und Dolia (Fässern), von denen ein Teil heute im Museo Navale von Albenga ausgestellt und in dem von der Stiftung des Palazzo Oddo verwaltetetem System integriert ist. Weitere Zeugnisse der starken romanischen Präsenz in der Region sind auch die Reste der Thermen aus der Kaiserzeit und die Funde im Flussbett des Flusses  Centa und im Gebiet Pontelungo, sowie das Amphitheater und die Nekropole auf der antiken Via Julia Augusta. Die Altstadt mit ihrem mittelalterlichen und neuzeitlichem Profil bestätigt mit ihrem frühchristlichen Baptisteriums, dem Dom, den historischen Gebäuden und dem Patrizier Turm, einschließlich des Palazzo Oddo die kulturelle Berufung der Stadt. Der Palazzo Oddo wurde nach der Restaurierung durch die Stadtverwaltung im Jahr 2006 zum Kulturzentrum, in dem sich heute das Museum der Grabeinrichtungen aus der Römerzeit im ersten Stock und die öffentliche Bibliothek im zweiten Stock befinden. Der dritte Stock ist für Ausstellungen vorbehalten, in Erwartung dass die dem römischen Glas gewidmete Ausstellung einen eigenen Weg findet, um für all diejenigen zugänglich zu sein, die die transparenten magischen Stücke der großen alten Geschichte bestaunen möchten.

[Alessandra Chiappori]

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