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Die Autobahn der Blumen, des Lichts, der Schatten und der atemberaubenden Landschaften

„Schatten und Sonnenschein wechseln sich miteinander ab, bei jenen tiefen Tälern, die über die gepflasterten Straßen am Meer zwischen Rosenfeldern, Brunnen und Spaltlandschaften auf- und absteigen.”

So hat der Dichter Vincenzo Cardarelli vor einem Jahrhundert Ligurien beschrieben: heute hat sich das Fresko des Westlichen Liguriens im Wesentlichen nicht verändert. Dies ist das Panorama, das Sie entlang der „Autostrada dei Fiori“ genießen können, jene Strecke, die Savona mit der französischen Grenze verbindet. Die 113 km des Autobahnsegments teilen die mühsame Orographie des Territoriums mit 67 Galerien in zwei Teile und zwingen den Reisenden zu einem blendenden Wechsel zwischen Licht und Schatten. Die Strecke bietet jedem etwas: Wer die Abwechslung beim Fahren liebt, kommt bei den zahlreichen Kurven, Tunneln und Höhenunterschieden voll auf seine Kosten, aber auch wer die gemütlichere Fahrt liebt, hat hier ein abwechslungsreiches Panorama.

 

Im Jahr 1971 entstand die A10 in Italien, genauer gesagt in Ventimiglia, vor den majestätischen Klippen oberhalb von Roverino. Ein Zwischenstopp in Bordighera Sud, einem kleinen Ort am Meer, umgeben von unberührter Natur, sollte man sich nicht entgehen lassen: Die mediterrane Macchia und die Düfte von Mimosen, Gingster, Kiefern und Myrten sind überall wahrzunehmen. Auf der weiteren Fahrt sieht man immer mehr die von Menschenhand terrassenförmig angelegten Hügel. Hier und da gibt es Wassersammelbehälter und Gewächshäuser für die Blumenzucht. Schriftsteller, wie Nico Orengo und Francesco Biamonti, verliebten sich in diesen Teil Liguriens und beschrieben deren Atmosphären auf treffende Weise.

Nachdem wir die weitläufige städtische Agglomeration von Sanremo passiert haben, führt uns eine sehr breite Kurve zum alten Ortskern von Taggia mit seinen schmalen Häusern und der mittelalterlichen Stadtmauer. Hinter uns öffnet sich das Valle Argentina, das sich bis zum Monte Faudo und den schneebedeckten Gipfeln erhebt. Von dort aus ein paar Minuten die Straße hinunter verändert sich die Umgebung erneut und begleitet uns entlang dem intensiven Grün des Golfplatzes von Castellaro.

Parasio, der alte Teil von Imperia, mit der Loggia di Santa Chiara und dem beeindruckenden Duomo, dominieren die Landschaft, während die Autobahn die Hauptstadt der Provinz überquert. Nach ein paar Minuten erreichen Sie die Ausfahrt von Andorra: hier lohnt es sich die romanische Kirche der Heiligen Giacomo und Filippo und die Reste des Schlosses von Andorra aus dem 13. Jahrhundert bei Nacht zu besuchen, wenn alles beleuchtet ist.

[Ilaria Grigoletto]

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