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Die Bibliothek Aprosiana von Ventimiglia

Der Schatz der ersten öffentlichen Bibliothek von Ligurien

Fast 7.000 Bände, darunter 150 Inkunabeln und zahlreiche Bücher aus dem fünften und siebzehnten Jahrhundert: Das ist das kostbare Erbe der Stadtbibliothek Aprosiana von Ventimiglia, ein Schatz, der seit Jahrhunderten bewahrt wird und heute dank der kürzlichen Restaurationen mit seiner Einzigartigkeit zurückgekehrt ist. Einst im Augustinerkloster gegründet, hat die Bibliothek heute zwei Sitze: Der moderne Fond befindet sich in den Räumlichkeiten des ursprünglichen Klosters Sant’Agostino, während der alte Fond und Teil des modernen Fonds in der Via Garibaldi in Ventimiglia Alta untergebracht ist. Hier befindet sich auch die große Büchersammlung, die vom Ordensmönch Angelico Aprosio im Jahre 1648 eingeweiht wurde und die älteste öffentliche Bibliothek in Ligurien ist. Ein visionäres und ehrgeiziges Projekt, das eine außergewöhnliche Persönlichkeit widerspiegelt: den Bücherliebhaber. Aprosio stammt aus Ventimiglia und hatte die Gabe Beziehungen in ganz Europa aufzubauen, so wie es aus den epistolaren Sammlungen über ihn hervorgeht. Gut 47 Bände von 1630 bis 1680.

Das Projekt seiner idealen Bibliothek, die aus Regalen besteht und mit Gemälden bereichert ist, wird in dem Text „Die Aprosiana-Bibliothek“ beschrieben, der heute im antiken Fond konserviert ist. Der erste von vier Bänden, der jemals realisiert wurde. Das Buch wurde 1673 in Bologna gedruckt mit der Absicht, die öffentliche Berufung der Bibliothek zu unterstützen und zu einem bekannten Katalog auf nationaler Ebene zu werden. Das ist nur eine Geschichte der Bibliothek und ihrer Bücher; hinzu kommen die vielen Spender, die es Aprosio ermöglichten, einen heterogenen Fond aus zehntausend alten und zeitgenössischen Bänden in Latein und Griechisch zu sammeln, aber auch in den Sprachen Italienisch, Französisch und Spanisch. Unter den vielen Freunden, Korrespondenten oder Spendern, mit denen der Mönch in Kontakt kam, war auch Gian Domenico Cassini, dessen Porträt heute in der Sammlung der neun überlebten Gemälde im Hintergrund hervorsticht, die einst aus etwa dreißig Gesichtern bestand.

Neben dem Text von Aprosio beherbergt die Bibliothek heute eine Bibel aus dem Jahr 1480 und mehrere Inkunabeln, sowie kostbare Druckvolumina der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts.

[Alessandra Chiappori]

Seit Anfang September 2017 ist das Gesetz über den Wettbewerb und den Markt (Gesetz Nr. 124/2017) in Kraft getreten, welches von den Handelskammern endgültig vor der Sommerpause genehmigt wurde.

Unter den verschiedenen Bestimmungen befindet sich auch die Änderung des Artikels 108 des Kodex des Kulturerbes (Gesetzesdekret 42/2004), welches den Nutzern von Archiven und Bibliotheken erlaubt, Fotos mit eigenen Kameras, Smartphones oder anderen Mitteln kostenlos aufzunehmen, jedoch ohne dabei mit den Dokumenten direkt in Berührung zu kommen (z.B. mit Scanner) und ohne der Verwendung von Blitz und Stativen. Bisher war eine vorherige schriftliche Genehmigung erforderlich, mit dem Hinweis auf das Buch, die Seiten, die Anzahl der Fotos und man musste dafür bezahlen.

Die Aufnahmen, die Sie in dem Artikel sehen, sind ein einfaches Beispiel dafür, was jetzt möglich ist.

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